Sep 30, 2007

vanilla




gestern bei der glitzernden fotofrau,um 5 jahre galerie zu feiern,check up on www.dietlb.de.
im strömenden regen sah der prenzlauer berg sehr viel weniger verlockender aus als früher, aber dann ein besuch im café berger in der senefelder strasse,schöne lampen anschauen und eine wunderbare himbeertarte essen, das war ein guter trost. der markt hingegen nur stress,zuviele menschen, zuviel regen, zuviel alles und alles zu schick. bis vor kurzem dachte ich ,ich sei traurig, dort nicht mehr zu leben. unerwartet also, gestern festzustellen, dass sich die prioritäten verschoben haben, dass ich da bin, wo ich sein will, mit heidekraut und kleinen tomaten auf dem balkon,mit licht und luft und bauernhöfen in reichweite. das landmädchen.

Sep 20, 2007

windfalls

" we were gathering windfalls",schreibt meine mutter und ich nehme das erste mal bewusst das wort für fallobst wahr.nur dass windfalls schöner klingt und mehr nach herbst. heute also inspiriert von meiner mutter und der weichen herbstsonne,nach der schule mit dem kind auf den rieselfeldern,die kälte des morgens ist lang vergessen,überall wachsen beeren in verschiedenen rottönen,hagebutten,schlehen. dazu schneewittchenrote,kleine äpfel, die in regelmässigen abständen von schönen,krummen,alten bäumen fallen,ein von sonne beschienenes stillleben auf hellbraunem ackerland.
den apfelweg hin,sagt das kind und den birkenweg zurück. es duftet schon nach most,es ist warm und es weht ein leichter,freundlicher wind. morgen wird in der schule apfelmus gekocht,ein erntedankessen,eine herbstgabe. ein apfel,eine schüssel,ein löffel für die 25 zwerge.

Sep 18, 2007

das gedächtnis des schmerzes

ein tränentag heute,ein wind-und regentag,zuwenig blau am himmel,zuwenig sonne.dafür zuviel kummer,zuviel schmerz,das kind schon wieder erkältet. der arzt sagt,im notfall ( wann wäre das?) müssen spritzen in den rücken,viele spritzen,um das schmerzgedächtnis zu löschen, das der körper aufbaut,wenn er lange schmerzen hat und hatte. mein körper erinnert sich an alles,the good and the bad,das kümmern und das quälen. erwachsenwerden,wenn auch vielleicht nicht viel anderes,bedeutet, dass ich inzwischen weiss um das gedächtnis meines körpers- und doch wünsche ich mir unmögliches: eine umprogrammierung,ein umlenken der synapsen auf andere erinnerungen,auf schottischen wind um die ohren,auf südfranzösische sonne auf der haut,auf dänische luft in den lungen. dann wäre alles gut,wäre dann alles gut?das schreiben um den schmerz herum, um das gedächtnis,schönschreiben,schlechtschreiben,schlimmerschreiben,besserschreiben.
mein hafen ein bett mit kirschkernkissen,zinnkrauttee und frischem apple pie,kerzen und träumen von ziegenhöfen,baumhäusern und büchern.

Sep 17, 2007

alltag,alle tage

mit dem kind beim zahnarzt,grausam,grausam,bohren und laserpiepsen und heilige schwüre,immer noch mehr zu putzen. ( und ich dachte, ich sei schon streng)der zahnarzt verdeckt mit seinem großen arm den kopf des kindes, ich sehe nur den bauch,der sich hebt und senkt, das angestrengte atmen, den schmerz. wie ist er nur so schnell so groß geworden?wir kleben frösche und herzen in kalender und versuchen,es gut zu machen. der kv schreibt dumme mails,die nur er lustig findet,nichts ändert sich. ich will nichts bereuen und bereue es doch, dieses eine mal etwas unterschrieben zu haben, den zettel, der alles gemeinsam gemacht hat,von dem klar war, dass es nicht für immer gemeinsam sein würde. das kind gemeinsam,ja, aber nicht die sorgen, die entscheidungen, das kümmern.wo ist der unterschied zwischen dem lieben? will nicht das altruistische mutterbild füttern,aber die opfer bringen die mütter,alle, die ich kenne, die mütter wachen über den schlaf und trösten,die mütter sind präsent. warum ist das immer noch so, egal ob getrennt oder zusammen?jetzt liest das kind,erholt sich vom zahnarzt und von seiner mutter,die ihn bei den mathehausaufgaben vollkommen durcheinander gebracht hat,weil sie`s selbst nicht sehr gut kann.heute elternabend und noch mehr sorgen und fragen und dann nach hause kommen und das kind schläft und atmet und hat keine angst,weil es zu hause und in seinem hafen ist. das zählt.

Sep 4, 2007

leben heisst schweben

vor dem fenster april im september,donner,hagel,wind,sonne,wolken. ein schmerztag heute,die beine rollstuhlbeine,wolldeckenkalt.kämpfe an allen fronten,berge von papier auf dem schreibtisch,das schreiben weit entfernt.
träume kitschige träume von blumenwiesen,welpen und holzhäusern,das kind und der mann träumen ein bisschen mit. der kv kämpft auch,einen hausgemachten,sinnlosen kampf,er stellt forderungen,alles nehmen,nichts geben.ich bin nicht mehr dazu bereit,alles zu geben und nichts zu nehmen. ich will weihnachten,frieden und hühnerkeulen in cidre,leuchtende kinderaugen,schnee. ich will das alles. ich will nicht nur zahnarztbesuche,brotboxen,fieberzäpfchen. das kind gehört sich selbst und ist doch zu klein, um dieses selbstgehören zu leben. ich bin da, sage ich nachts,höre dem schnupfenschnorcheln zu,trockne tränen und koche hustentee. ich bin da,sage ich. und es ist wahr.